Vom Tauschhandel bis zum bargeldlosen Zahlen: Die Geschichte des Geldes

Am 05.03.2021 veröffentlicht von der Blog-Redaktion der OLB

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Geschichte des Geldes

Tauschhandel: Der Vorläufer des Geldes

Der Mensch produziert und verbraucht Güter. In den Anfängen des Homo sapiens etablierte sich deshalb eine Natural- oder Tauschwirtschaft. Wer beispielsweise zu viel Fleisch auf Lager hatte, aber zu dessen Zubereitung ein Messer benötigte, konnte – sofern ein passender Tauschpartner vorhanden war – etwas Fleisch gegen ein Messer eintauschen. Diese Systeme erwiesen sich mit zunehmender Größe der Sache als sehr komplex, da geeignete Tauschpartner immer schwerer zu finden waren.

Warengeld: Frühe Währungssysteme

Bald erkannten die Menschen deshalb die Notwendigkeit eines universellen Zahlungsmittels, also einer Geldwirtschaft. Es sollte etwas sein, das allgemein begehrt war, wenig wog und lange haltbar war. Diverse Dinge wurden in den verschiedenen Gesellschaften unserer Erde als Warengeld oder vormünzliches Zahlungsmittel gehandelt.

Die Baruya aus Papua-Neuguinea zahlten beispielsweise mit Salz, die Maya und Azteken in Mittelamerika mit Kakaobohnen und die Shoshonen in Nordamerika mit den Zähnen des Wapitihirsches. Die als Geld gehandelten Waren erhielten so einen zweiten Sinn: Sie , dienten nicht mehr ausschließlich etwa dem Konsum, sondern auch als Zahlungsmittel.

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Der Wert solcher Zahlungsmittel ergab sich aus deren Verfügbarkeit, dem zur Herstellung benötigten Arbeitsaufwand und dem Prestige, also der sozialen Bedeutung, die diese Waren in der Gesellschaft besaßen. Derartige Währungen zeichneten sich außerdem dadurch aus, dass theoretisch jeder sie selbst produzieren konnte. Daher gab es in der Regel keine zentrale Instanz, die für die Geldproduktion zuständig ist. Dies stellte sich dann auch als die größte Schwachstelle des Warengeldes heraus: Die Entwicklung effektiverer Produktionsweisen und die damit einhergehende Überproduktion konnte schnell zu einer Inflation führen. Trotzdem existieren bis heute weltweit noch ein paar solcher Warenwirtschaften.

Münzgeld: Standardisierte Metallprägungen

Nachdem es in verschiedenen Teilen der Welt bereits Barren aus diversen Metallen und in verschiedenen Formen als Bezahlmittel gab, war es dann im 7. Jahrhundert v. Chr. so weit: Im Königreich Lydien wurde aus Elektrum die erste Münze im Mittelmeerraum geprägt. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Form des Geldes in unterschiedlichen Erdteilen unabhängig voneinander durchsetzte, da Archäologen Münzen aus verschiedenen Metallen und vielerlei Produktionsweisen gefunden haben.

Die Vorteile der Münze liegen auf der Hand: Sie hat standardisierte Maße und ein einheitliches Gewicht, man musste sie also nicht mehr abwiegen, sondern lediglich zählen.
Eine der am weitesten verbreiteten Münzwährungen war in jener Zeit der aus Silber hergestellte Denar, den man im Römischen Reich einheitlich für jegliche Geschäfte und zur Bezahlung der Armee nutzte. Auch im Mittelalter existierten die römischen Münzen weiterhin, bis schließlich die Karolinger unter Karl dem Großen im 8. Jahrhundert eine umfassende Währungsreform veranlassten. Aus einem karolingischen Pfund Silber (ca. 408g) wurden nun 240 Pfennige geprägt.

Papiergeld: Neue Dimensionen im Finanzwesen

Die Jahrhunderte nach dem Ende des karolingischen Reiches waren im heutigen Deutschland geprägt von einer großen Vielfalt an Münzsorten und wenig erfolgreichen Versuchen der Vereinheitlichung.

Parallel entwickelte sich allerdings aus einer Notsituation heraus eine Neuerung, an der die Finanzwelt bis heute festgehalten hat: Papiergeld. In der chinesischen Song-Dynastie gab es bereits seit dem 10. Jahrhundert Geldscheine, doch in Europa war eine Silberknappheit in Schweden während des 17. Jahrhunderts der Auslöser für diesen Meilenstein. Die Stockholms Banco gilt somit als erste europäische Banknotendruckerei. Durch den internationalen Handel verbreiteten sich in der Folge auch andere Formen des Papiergeldes.

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Revolutionär war dabei die Grundidee, dass der Wert des Geldes nun nicht mehr nach dessen Materialwert, sondern nach einem fiktiven Wert bemessen wurde. Während eine Münze den Wert des in ihr gepressten Metalls besaß, war ein Schein schlichtweg so viel wert, wie die Zahl auf dem Papier angab. Heutzutage ist jedoch auch bei den Münzen der Materialwert irrelevant.

Von der Mark zum Euro

Nach langen Jahren des Wirrwarrs erschien im deutschen Kaiserreich schließlich die Mark, die erste Währung im klassischen Dezimalsystem: Hundert Pfennige entsprachen einer Mark.

Mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg und den daraus resultierenden politischen Unruhen erlebte die Mark eine ungebremste Inflation, weshalb man sie in der Weimarer Republik durch die Reichsmark ersetzte. Die im deutschen Kaiserreich eröffnete Reichsbank, die erste deutsche Zentralbank, blieb bestehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war wirtschaftlich ein weiterer Neustart erforderlich. In den Jahren nach der Kapitulation der Wehrmacht boomte der Schwarzmarkt und die Deutschen kehrten kurzfristig zurück zum Tauschhandel. Fortschritt bedeutet eben nicht immer eine lineare Entwicklung, sondern kann zeitweise auch Rückschritte beinhalten.

Schließlich schufen die Alliierten 1948 mit ihrer Währungsreform die Deutsche Mark, mit der in Deutschland bis zur Einführung des Euro zu Beginn des 21. Jahrhunderts bezahlt wurde.

Bargeldloses Zahlen: Das Geld verschwindet

Heute ist unsere Währung in Deutschland bekanntlich der Euro, auch wenn wir immer seltener mit Euro-Münzen und -Scheinen bezahlen. Schon seit dem Mittelalter gibt es zusätzlich zum haptischen Geld auch solches, das nur auf dem Papier, also etwa in Buchführungen, existiert. Mit der Digitalisierung erreichte der bargeldlose Zahlungsverkehr allerdings eine neue Dimension. Durch Online-Banking kann man nun ganz einfach Geld rund um den gesamten Globus transferieren, seit 2017 sogar in Echtzeit.

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In Deutschland, wo es noch vergleichsweise viel Bargeld gibt, beträgt dessen Anteil an der gesamten Geldmenge, also allem virtuellen und materiellen Geld, welches in der Bundesrepublik im Umlauf ist, nur noch ca. zehn Prozent. Das Geld in Münzen und Scheinen, wie es über Jahrhunderte Normalität war, verliert immer mehr an Bedeutung, während im Gegenzug Wertpapiere und Kryptowährungen auf dem Vormarsch sind. Es kommen spannende Zeiten auf uns zu, die wir als Bank gerade mit Blick auf das internationale Finanzwesen aufmerksam verfolgen.

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