Große Frauen und das große Geld – eine Zeitreise

Am 09.03.2020 veröffentlicht von der Blog-Redaktion der OLB

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Mächtige und einflussreiche Frauen gab es schon immer. Heirat, politische Beziehungen, Rohstoffe, Handel, Krieg, Diplomatie und Unternehmertum – sie nutzten unterschiedlichste Strategien, um ihren Reichtum zu vermehren. Sehr lange Zeit mussten sie sich gegen viele gesellschaftliche Widerstände durchsetzen: Frauen blieb der Zugang zu Macht, gesellschaftlichem Einfluss sowie finanziellem Reichtum in den meisten Kulturen und Ländern Jahrhunderte lang verwehrt  – und ist es nicht selten bis heute. So dürfen selbst in Deutschland Frauen laut Gesetz erst seit 1958 selbst über ihren Lohn und ihr Vermögen verfügen und ein eigenes Konto eröffnen; sogar bis 1977 brauchten sie das Einverständnis ihres Mannes, um einen bezahlten Beruf auszuüben! 

Mächtige Frauen gegen viele Widerstände

Umso beeindruckender ist es, dass viele Frauen sich dennoch durch nichts und niemanden aufhalten ließen und sich immer mehr Rechte erkämpften. Eines der frühesten noch heute bekannten Vorbilder ist die ägyptische Königin Kleopatra. Die mutmaßlich im Jahr 69 v. Chr. Geborene war nicht nur eine Meisterin der Selbstinszenierung, sondern gilt auch als eine besonders gewiefte Geschäftsfrau. Der einflussreichen Herrscherin oblag die Kontrolle über einige der größten Wirtschaftszweige des ägyptischen Imperiums, zum Beispiel der Weizen- und Papyrus-Produktion. Zu Bestzeiten verfügte Kleopatra über ein gigantisches Vermögen von umgerechnet fast 100 Milliarden Dollar. 
Es geht aber noch mehr. Die chinesische Kaiserin Wu lebte von 625 bis 705 und wird oft die reichste Frau aller Zeiten genannt. Der Erfolg der Herrscherin beruhte auf Intrigen, raffinierten Machtstrategien sowie dem gewinnbringenden Tee- und Seidenhandel entlang der berühmten Seidenstraße. Fast ein Viertel der damaligen weltweiten Wirtschaftsleistung werden Kaiserin Wu zugeschrieben. Zudem war sie die einzige Frau, die den Titel chinesischer „Kaiser“ offiziell tragen durfte. 

Auch die im 15. Jhd. lebende Isabella I. von Kastilien hat ihre Ersparnisse vermutlich nicht in einem Sparschwein aufbewahrt, obwohl es diese im Mittelalter bereits gab. Erstens wäre das wohl kaum standesgemäß gewesen und zweitens hätte das gigantische Vermögen der Königin die Größe eines solchen Behältnisses mit Sicherheit gesprengt. Durch eine strategische Heirat mit ihrem Cousin Ferdinand von Aragon machte Isabella I. einerseits Spanien zu einem geeinten Königreich und vermehrte andererseits ihr ohnehin schon gewaltiges Vermögen. Auch als Geschäftsfrau konnte sie überzeugen. Die spanische Textilindustrie florierte unter ihrer Regentschaft. 
Knapp drei Jahrhunderte später wurde die kleine Sophie geboren – die später unter einem ganz anderen Namen weltbekannt werden sollte. Als sie mit vier Jahren den Rocksaum des damaligen preußischen Königs küssen wollte, soll sie gesagt haben: „Seine Jacke ist so kurz, dass ich nicht herankomme. Ist er nicht reich genug, um sich eine längere zu kaufen?“ Strategisches Geschick besaß die anhaltische Fürstentochter wohl schon als Kind. Mit 16 heiratete sie den russischen Thronfolger Peter III. – und entmachtete ihn im Juli 1962, nur wenige Monate nachdem er selbst erst Zar geworden war. Zudem ist sie die einzige Herrscherin, der in der Geschichtsschreibung der Beiname „die Große“ verliehen wurde, den sie jedoch zeitlebens stets ablehnte. Die Rede ist natürlich von Katharina der Großen. Aufgrund ihrer geschäftlichen Raffinesse, ihres ausgeprägten Gerechtigkeitssinns und unnachgiebigen Charakters wurde die Kaiserin vom russischen Volk geliebt und als große Feldherrin bewundert. Würde Katharina die Große in der heutigen Zeit leben, wäre sie in Besitz eines gigantischen Vermögens von mehr als 1,3 Billionen Euro. 

Die Erfolgsfrauen von heute 

Auch heutzutage gibt es zahlreiche Frauen, deren Geldgeschick bewundernswert ist. Die französische Politikerin und Juristin Christine Lagarde wurde am 1. November 2019 als erste Frau an die Spitze der Europäischen Zentralbank berufen. Zuvor war Lagarde als erste geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds tätig. In ihrer Karriere setzte sich Christine Lagarde immer wieder gegen ihre männlichen Kollegen durch. So ist sie laut „Forbes“ aktuell die zweitmächtigste Frau der Welt. In ihrer aktuellen Position verdient Christine Lagarde rund 400.000 Euro pro Jahr.

Ein ganz anderes Geschäftsmodell verfolgt die US-Amerikanerin Kylie Jenner. Sie ist nicht nur Model, Influencerin und weltbekannte Fashionista, sondern vor allem erfolgreiche Unternehmerin. Die junge Frau hat genau verstanden, wie man mit moderner Selbstvermarktung sehr viel Geld verdienen kann. Kylie Jenner gilt als jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt. Ihr Reichtum lässt sich in erster Linie auf ihr florierendes Beauty-Imperium zurückführen. Mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Dollar liegt Kylie zwar „nur“ auf Platz 2057 der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt; allerdings ist die Unternehmerin erst 22 Jahre alt und hat ihr Vermögen nicht etwa geerbt, sondern selbst erarbeitet (wenngleich ihr vermutlich die Prominenz ihrer Familie durch die TV-Serie „Keeping Up with the Kardashians“ geholfen hat). 
Unser exemplarischer Blick in die Geschichten einiger außergewöhnlicher Frauen zeigt: Ob im alten Ägypten oder modernen Amerika, ob es darum geht, über ein Kaiserreich zu herrschen, die Europäische Zentralbank zu leiten oder ein Beauty-Imperium aufzubauen: Frauen mit großem Führungsgeschick, einem genialen Geschäftssinn und einem hervorragenden Händchen für Anlagen können jederzeit und überall als Vorbild für einen erfolgreichen Umgang mit Geld dienen.

 

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