OLB-Marktfocus

Ausgabe vom 17. Februar 2021

Is the Sky the Limit?

„Die Hände zum Himmel, kommt lasst uns fröhlich sein. Wir klatschen zusammen, und keiner ist allein …“. Ja, ist denn doch Karneval? Viele Geschäfte sind noch geschlossen, die Impfungen in Europa verlaufen schleppend, Virus-Mutationen sind jederzeit möglich und teils außer Kontrolle, und der letzte ifo-Geschäftsklimaindex war bereits schwächer als erwartet. Das Wachstum im 1. Quartal 2021 wird unter den Erwartungen liegen. Ein „Double Dip“ Konjunkturverlauf ist nun unser Basisszenario. Und doch knistert es geradezu beim DAX. Der Befreiungsschlag über 14.000 Punkte könnte nun nachhaltig gelingen. Warum jetzt?

  1. Nach dem Impfgipfel der Hochpolitik mit den Pharmakonzernen scheinen die Impfungen nun langsam aber sicher Fahrt aufzunehmen. Die Zahlen zeigen zumindest in die richtige Richtung, und neue Impfstoffe kommen auf den Markt. Selbst aus Russland? Der politische und wirtschaftliche Druck macht es möglich, Nawalny zum Trotze.
  2. Die Börsenturbulenzen rund um gierige Hedgefonds und den wütenden Flashmob junger Börsianer auf Onlineplattformen wie Reddit ebben spürbar ab. Die Szenerie scheint sich zu beruhigen. Die zeitweise hohe Volatilität hat die „zittrigen, schwachen Hände“ aus dem Markt getrieben. Die „starken Hände“ und Langfristinvestoren griffen beherzt zu: „Buy the Dip“ das Motto.
  3. Die Zahlen aus der deutschen Industrie (u. a. Automobile) waren teils bockstark. Auch in den USA konnten insbesondere die großen Schwergewichte aus der Technologiebranche über Erwarten gut berichten. Insgesamt fielen die Gewinne bisher in der laufenden Berichtssaison in den USA um 19 Prozent und in Europa um 12 Prozent besser aus als erwartet (Quelle: JP Morgan).
  4. Zudem erfinden sich einige DAX-Schwergewichte neu: So bekommt Daimler den Dreh und will die Truck-Sparte separieren und an die Börse bringen und folgt dem Weg, den Siemens mit Siemens Energy, Gamesa und Healthineers bereits eingeschlagen hatte. Und SAP bringt die IT-Tochter Qualtrics erfolgreich an die Nasdaq.
  5. Der Euro gibt wieder leicht zum US-Dollar nach. Das hilft unserem Export. Ebenso erfreulich ist die in Richtung Europa wieder auf Vertrauen aufbauende Handelspolitik des Joe Biden: Globalisierung statt Protektionismus, Handel statt Zölle, Verträge statt Erpressung. Deutschland dürfte trotz Nord Stream II ein großer Gewinner der US-Wahl sein, so hoffen wir.
  6. Apropos Export: China wächst wieder rasant, insbesondere auch der Autosektor. Glück für VW & Co., obwohl Chips für die Autobranche gerade Mangelware sind. Diese Chipkapazitäten wandern nämlich in neue 5G-Smartphones.
  7. Nicht dass allein in Deutschland rund 2 Bill. Euro auf liquiditätsnahen Konten schlummern, nein, auch die Notenbanken haben bekundet, akkommodierend, also locker in der Geldpolitik, zu bleiben. Und das, solange die Konjunktursorgen bleiben. So habe ich sowohl unsere EZB-Chefin Christine Lagarde als auch die neue US-Finanzministerin Janet Yellen verstanden: „We have to ACT BIG“.
  8. So werden dann weitere, üppige Konjunkturhilfen gegeben: Das neue Corona-Hilfsprogramm des Joe Biden soll mal locker 1,9 Bill. USD groß sein. Schecks über je 1.400 US-Dollar sollen zu den bereits beschlossenen 600 US-Dollar hinzukommen, voraussichtlich für Jahreseinkommen unter 60.000 US-Dollar. Auch wenn es weniger werden sollten: Gut eingesetztes Geld, das auch in US-Konsum wandert. Auch in Deutschland sind Hilfsgelder vorhanden, wenn sie denn fließen.
  9. Sodann wird vielerorts die Inflation auf ein gutes Niveau oberhalb von 1, ja sogar 2 Prozent steigen. Wir brauchen also keine Deflation zu fürchten und m. E. auch keine große Inflationsangst haben, denn die ohne Zweifel anziehende Inflation basiert vor allem auf Sonder- und Basiseffekten. Die Firmengewinne werden mit den Preisen wachsen können. Aufpassen müssen wir allerdings auf den längerfristigen Realzins (Nominalzins minus Inflation). Real über 2 Prozent werden Zinsen wieder eine Alternative zum Aktienmarkt.
  10. Und zu guter Letzt knistert die DAX-Charttechnik geradezu vor Spannung. Viele internationale Indizes haben bereits neue Allzeithochs erreicht. Auch in Deutschland sind MDAX und TecDAX vorausgerannt. Nur der DAX ziert sich noch. Nun auch Du, mein Sohn Brutus?

Unser Fazit:
Die Zeichen stehen gut

Kurzum: Die Zeichen stehen auf Besserung. Wir müssen uns trauen, über die ohne Zweifel noch schwierigen nächsten sechs Monate hinauszublicken. Gerade Deutschland, als ein Land ohne große Rohstoffressourcen, braucht ein auf Vertrauen basierendes Welthandelssystem. Und da sehen wir mit Joe Biden sehr gute, neue Ansätze und den DAX als einen der Hauptprofiteure dessen.

Unsere Devise: „Double Dip, but buy the Dip“. Mit Schwankungen, aber auch mit Mut und Zuversicht Richtung himmlische 15.000 Punkte bis Jahresende 2021.

Der DAX in den letzten fünf Jahren (Quelle: Bloomberg, 08.02.2021): Trotz teils extremer Schwankungen nach oben gerichtet (grün). Der Deckel (rot; alles eigene Darstellung) könnte sich nun nachhaltig heben.


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