OLB schärft Profil

  • Oldenburg, 22. Oktober 2021

Zusammenfassung

  • Höheres Tempo im Transformationsprozess
  • Stellenabbau mit Gremien vereinbart
  • Spürbare Stärkung der Zukunftsfähigkeit

Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) arbeitet intensiv an ihrer zukünftigen strategischen Ausrichtung. Nach den Fusionen mit der Bremer Kreditbank AG, der Bankhaus Neelmeyer AG und der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank hat sich die OLB in den vergangenen Jahren neu aufgestellt als bundesweit am Markt aktive Bank. Den rund 700.000 Privat- und Firmenkunden bietet die OLB kompetente persönliche Beratung über alle Kanäle und zeitgemäße digitale Services. Im Kundengeschäft ist die Bank mit diesem diversifizierten Multikanalansatz erfolgreich: Zuletzt konnten zum Halbjahr 2021 ein gegenüber Vorjahr um 14 Prozent gesteigertes operatives Ergebnis in Höhe von 81,1 Millionen (Mio.) Euro und ein im Vergleichszeitraum um 23 Prozent verbesserter Vorsteuergewinn in Höhe von 69,1 Mio. Euro ausgewiesen werden. „Unsere Transformation kommt gut voran, doch schöpfen wir das volle Potenzial unserer Bank noch nicht aus. Daher bauen wir auf unserem starken Fundament auf, straffen Strukturen und schärfen unser Geschäftsmodell“, sagt Stefan Barth, Vorstandsvorsitzender der OLB. Bei ihrer Weiterentwicklung legt die OLB nun deutlich an Tempo zu und wird in diesem Kontext auch einen notwendigen Stellenabbau vornehmen.

Beratung als Kern des Kundengeschäfts – Services stärker über digitale Kanäle

Die privaten Kunden bilden mit ihrer hohen Anzahl unverändert das Fundament der OLB. Für die Beratung hat die Bank ihre Expertise vor allem in regionalen Kompetenzcentern gebündelt. Hier stehen den Kunden neben den persönlich zumeist seit langem bekannten Betreuerinnen und Betreuern auch Spezialisten für komplexe Themen wie insbesondere Geldanlage, Wertpapiergeschäft, private Baufinanzierungen und Immobilien sowie Altersvorsorge und Versicherungen zur Verfügung. Das Beratungsangebot können Kunden nach Terminvereinbarung an 45 Stunden pro Woche vor Ort in einem Kompetenzcenter oder in einer größeren Filiale und auch per Telefon oder Video-Chat in Anspruch nehmen. Im Zuge der gebündelten Expertise in der Fläche und zahlreicher Alternativen in der Bargeldversorgung, vor allem durch die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten der ec Karte (Debit Mastercard), strafft die OLB ihr Standortnetz und wird noch bis Jahresende 2021 wie angekündigt rund zwei Dutzend Standorte (Filialen und vor allem SB-Stellen) schließen.

Im Bereich der Firmen- und Unternehmenskunden wird die OLB die Betreuung deutlich differenzierter am konkreten Bedarf ausrichten. Die individuelle, persönliche Betreuung ist weiterhin vorgesehen für alle Unternehmen, bei denen komplexe Beratungsthemen anstehen und das Angebot für die Bank profitabel ist. Auch für diese Beratungsleistungen verstärkt die OLB den Austausch über Telefon und Video-Chat. Außerdem werden Servicedienstleistungen für Firmen- und Unternehmenskunden künftig wie bereits im Privatkundengeschäft stärker über digitale Kanäle umgesetzt. Darüber hinaus plant die OLB ihre Produktpalette im Firmen- und Unternehmenskundenbereich zu modernisieren. Vereinfachte und schnelle Prozesse werden zudem für eine höhere Antwortgeschwindigkeit an die Kunden und ein insgesamt verbessertes Kundenerlebnis sorgen.

Abbau um rund 250 Mitarbeiterkapazitäten bis Jahresende

Die Digitalisierung von Abläufen und Angeboten im Kundengeschäft wie auch in Zentralbereichen mit den hieraus folgenden Anpassungen in der Aufbauorganisation der Bank führen zur Notwendigkeit eines zeitnahen Stellenabbaus. Wie Vorstand und Gesamtbetriebsrat jetzt vereinbart haben, wird sich die Anzahl der Arbeitsplätze in der OLB bis Ende des laufenden Jahres um rund 250 Mitarbeiterkapazitäten (= Vollzeitstellen) verringern. Gemessen an der Anzahl jetziger Vollzeitstellen entspricht diese Reduzierung einer Größenordnung von knapp 15 Prozent, die sozialverträglich in erster Linie über ein sogenanntes Freiwilligenprogramm realisiert wird.

Verbesserung von Rentabilität und Profitabilität stärkt Zukunftsfähigkeit

Die Finanzbranche steht vor großen Herausforderungen. Angesichts dessen sind sich Analysten einig: Eine private Bank kann ihre Eigenständigkeit langfristig nur erhalten, wenn sie eine hohe Profitabilität und Rentabilität erreicht. Bei diesen Faktoren liegen deutsche Banken im Wettbewerbsvergleich deutlich zurück, wie internationale Studien belegen. Anspruch der OLB ist es, in der Konsolidierungswelle eine aktive Rolle einzunehmen und die Eigenständigkeit zu erhalten. Hierfür sind insbesondere eine Steigerung der Eigenkapitalrendite von zuletzt 7,6 Prozent per 30. Juni 2021 auf einen Zielkorridor größer als 12 Prozent und eine Verringerung der Cost-Income-Ratio von 65 Prozent auf einen Bereich unter 50 Prozent erforderlich. Stefan Barth betont: „Wir passen unsere Produkt- und Servicepalette an, wo es notwendig ist, und fokussieren uns noch stärker im Kundengeschäft. Parallel verbessern wir unsere Kostenstruktur. Denn eine hohe Rentabilität und Profitabilität der OLB sind langfristig nicht nur für die Gesellschafter bedeutend, sondern in erster Linie wichtig für unsere Kunden, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das Unternehmen an sich, da hiermit unsere Zukunftsfähigkeit spürbar gestärkt wird.“