(neu: Kurse, weitere Expertenstimme, Treffen Trump-Putin)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Bilanz von Rheinmetall für das
zweite Quartal hat die Anleger am Donnerstag enttäuscht. Die Papiere des
Rüstungs- und Autozulieferkonzerns fielen als Schlusslicht im starken Leitindex
Dax um 5,7 Prozent auf 1.682 Euro. Sie hatten in den vergangenen
Wochen zwischen etwa 1.650 und knapp 1.900 Euro auf erhöhtem Niveau
konsolidiert. Die Anteilscheine von Renk und Hensoldt
büßten im Sog von Rheinmetall 6,8 beziehungsweise 4,9 Prozent
ein.
Umsatz und operatives Ergebnis von Rheinmetall waren im zweiten
Jahresviertel hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ein Händler sprach von
"großen Vorschusslorbeeren" angesichts der Kurs-Rally der Rheinmetall-Aktie von
Februar bis Anfang Juni. Seit Jahresbeginn hatte sich der Kurs in etwa
verdreifacht. Nach dem Rekordhoch der Papiere Anfang Juni bei 1.944 Euro war die
Rally allerdings ins Stocken geraten. Nun strichen Anleger Kursgewinne ein.
George McWhirter von der Privatbank Berenberg sprach von einem schwächeren
zweiten Quartal. So habe der Umsatz die Konsensschätzung um 4 Prozent verfehlt.
Der operative Gewinn sei zwar gestiegen, aber um 2,6 Prozent unter der
Markterwartung geblieben. Die Profitabilität sei gesunken. Auch seien die
Barmittel aus dem operativen Geschäft deutlich schwächer gewesen als angenommen,
belastet unter anderem von geringen Vorauszahlungen von Kunden.
Marktanalyst Jens Klatt vom Handelshaus XTB ergänzte, ein schleppender
Auftragseingang mitten im Rüstungsboom sei als enttäuschend wahrgenommen worden.
Die Aufträge dürften sich mit einer abzeichnenden Waffenruhe in der Ukraine
eventuell auch weiter reduzieren.
Zuvor hatte der Kreml in Moskau eine Vereinbarung über ein bevorstehendes
Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem US-Kollegen Donald
Trump bestätigt. Hauptthema dürfte die Beendigung des russischen Angriffskriegs
gegen die Ukraine sein./bek/niw/jha/la/ajx/he