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dpa-AFX: AKTIEN IM FOKUS: Ionos nach Zahlen auf Rekordhoch - Freenet unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die in der Mobilfunk- und Internetbranche engagierten
Anleger mussten am Donnerstag Unternehmensberichte mit Licht und Schatten
verarbeiten. Enttäuschenden Nachrichten von Freenet und United
Internet standen positive Neuigkeiten von Ionos
gegenüber.

So wird der Internetdienstleister Ionos noch einmal zuversichtlicher für das
laufende Jahr. Das nun angepeilte Wachstum des um Sondereffekte bereinigten
Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen überraschte die Analysten
positiv.

Die Aktien von Ionos drehten nach anfänglichen Verlusten schnell ins Plus
und erreichten am späten Vormittag bei 43 Euro ein Rekordhoch. Zuletzt stand
noch ein Plus von 7,3 Prozent zu Buche. Damit hatten sie im Index der
mittelgroßen Werte MDax die Nase vorn. Dieser stieg zuletzt um
1,2 Prozent.

Analyst Dhruva Kusa Shah von der Großbank UBS sprach von einem soliden
zweiten Quartal von Ionos. Die Ziele für 2025 seien zwar durchwachsen. So peile
man jetzt ein geringeres Umsatzwachstum im Cloudgeschäft an. Angesichts der
Digitalisierungspläne der Europäischen Union und des damit verbundenen
Geschäftspotenzials aber habe der Aktienkurs noch Luft nach oben.

Die Papiere von Ionos treibt schon eine Weile die Fantasie rund ums Thema
Künstliche Intelligenz (KI) an. Anleger hoffen auf ein Stück vom Kuchen. So
hatte das Unternehmen im Juni zusammen mit dem Baukonzern Hochtief
bei der Europäischen Kommission eine Interessenbekundung für den
Bau und Betrieb einer KI-Gigafactory eingereicht.

Ionos kommen auf einen Börsenwert von knapp 6 Milliarden Euro. Die
Konzernmutter United Internet, die rund 64 Prozent an Ionos hält, bringt nur 4,8
Milliarden Euro auf die Waage.

Bei United Internet hatten im ersten Halbjahr erneut die Kosten für den
Netzausbau bei der Tochter 1&1 auf die Bilanz gedrückt. Zudem
belasteten gestiegene Abschreibungen, insbesondere auf Investitionen in den
Ausbau des Glasfasernetzes bei 1&1 Versatel sowie des 1&1 Mobilfunknetzes.

Die Aktien von United Internet waren im frühen Handel um bis zu 5,2 Prozent
auf 23,86 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Juli abgesackt. Bis
zum Mittag holten sie jedoch die Verluste wieder auf und präsentierten sich
zuletzt nurmehr leicht im Minus.

Analyst Simon Stippig von Warburg Research schrieb, dass United Internet
zwar beim Umsatz positiv überrascht habe. Das operative Ergebnis aber habe
enttäuscht.

Der Mobilfunk- und TV-Anbieter Freenet bestätigte zwar nach leichten
Zuwächsen im ersten Halbjahr die Prognosen für den operativen Gewinn sowie den
Kapitalmittelzufluss für 2025. Etwas zurückrudern musste das Unternehmen aber
beim Ziel für den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden. Zudem enttäuschte das
Ergebnis im ersten Halbjahr nach Einschätzung von Experten wie dem
Berenberg-Analysten Shekhan Ali leicht.

UBS-Analyst Polo Tang resümierte, das Zahlenwert von Freenet habe ein sehr
durchwachsenes Bild geliefert, sowohl im Bereich Mobilfunk als auch bei Waipu
TV. Es zeige, dass es in der zweiten Jahreshälfte viel zu tun gebe.

Die Anteilsscheine von Freenet waren kurz nach Handelsbeginn auf den
tiefsten Stand seit Ende August 2024 abgesackt. Im Verlauf konnten sie sich nur
etwas erholen und verzeichneten zuletzt noch einen Abschlag von 5,7 Prozent.
Durch diesen Kursrutsch hat sich das Chartbild von Freenet weiter eingetrübt.
Nun wurden auch die 21- und 50-Tage-Durchschnittslinien nach unten durchbrochen,
die die kurz- und mittelfristigen Trends beschreiben./la/bek/jha/

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