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dpa-AFX: ROUNDUP/Geringere Kosten: Hugo Boss verdient mehr - Aktie legt zu

METZINGEN (dpa-AFX) - Der Modekonzern Hugo Boss hat auch im
zweiten Quartal eine Kaufzurückhaltung der Kunden zu spüren bekommen. Während
der Umsatz leicht schrumpfte, zogen die Ergebnisse jedoch auch dank des
Sparkurses deutlich an. Die Zahlen fielen insgesamt besser aus als von Analysten
erwartet. Die Aktie legte im Vormittagshandel um fast sieben Prozent zu und
gehörte damit zu den größten Gewinnern im MDax, dem Index der mittelgroßen
Werte.

Nach Einschätzung von Analystin Susy Tibaldi von der Bank UBS dürften die
bestätigten Jahresziele trotz widriger Wechselkurseinflüsse gut ankommen. Das
Einzelhandelsgeschäft habe die Erwartungen erfüllt, das sei ermutigend. Das
Unternehmen habe die Kosten nach wie vor gut unter Kontrolle, was sich im
Ergebnis positiv niederschlage.

Im zweiten Jahresviertel schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um ein
Prozent auf eine Milliarde Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Metzingen
mitteilte. Währungsbereinigt legte der Erlös um ein Prozent zu. Vor allem die
anhaltend schwache Verbraucherstimmung in China belastete weiterhin die
Geschäfte. Besser lief es hingegen dank einer höheren Nachfrage in Europa. Auch
in Amerika zogen die Geschäfte währungsbereinigt an, dort sorgte der
Dollarverfall am Ende aber für einen Rückgang der Erlöse.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte konzernweit im abgelaufenen
Quartal hingegen um 15 Prozent auf 81 Millionen Euro zu. Dabei profitierte das
Unternehmen vor allem von seinen Sparmaßnahmen, etwa in Vertrieb und Verwaltung.
Unter dem Strich blieben in den drei Monaten mit 50 Millionen Euro 28 Prozent
mehr Gewinn als im Vorjahr hängen.

"Wir machen uns keine Illusionen, das Konsumklima bleibt vorerst fast
überall getrübt", sagte Konzernchef Daniel Grieder in einer Telefonkonferenz.
Deshalb fokussiere sich der Vorstand weiterhin auf das, was er selbst
beeinflussen könne. Das seien vor allem die Kosten. Gleichzeitig werde das
Unternehmen aber gezielt investieren, um seine Marken zu stärken.

Derweil sollten nach Einschätzung des Vorstandschefs die US-Zölle Hugo Boss
weniger stark treffen als andere Unternehmen aus der Branche. Auf die USA
entfielen derzeit etwa 15 Prozent des Konzernumsatzes, erläuterte Grieder. Das
Unternehmen fertige zwar nicht vor Ort, aber beziehe auch weniger als fünf
Prozent der Ware aus China. Rund 50 Prozent der in die USA importierten Produkte
stammten aus Europa, im geringen Umfang etwa aus Portugal und Italien. Der
Großteil werde in der Türkei produziert. In Summe könne das Unternehmen die
US-Zölle abfedern.

Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. 2025 sollen
die Erlöse zwischen 4,2 Milliarden und 4,4 Milliarden Euro liegen und damit in
der Mitte der Spanne in etwa auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis soll
sich von zuvor 361 Millionen auf 380 Millionen bis 440 Millionen Euro
verbessern./mne/tav/mis

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