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dpa-AFX: ROUNDUP/Starker Euro: Knorr-Bremse senkt Umsatzziel - Markt reagiert gelassen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Lkw- und Zugbremsenspezialist Knorr-Bremse
hat seine Umsatzerwartung für das laufende Jahr gesenkt. Dabei
belasteten die Folgen des starken Euro, teilte das im MDax
notierte Unternehmen am Donnerstag in München mit. Die Ergebnisprognose sowie
die Aussichten für den freien Mittelzufluss bestätigte Knorr-Bremse.

"Wir steuern erfolgreich durch unruhige Zeiten. Vor allem unser starkes
Nachmarktgeschäft und unsere strategischen Maßnahmen tragen dazu bei, dass wir
Marktschwächen gut kompensieren und unsere Profitabilität sichern", kommentierte
Konzernchef Marc Llistosella die Entwicklung.

So verbesserte sich das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im
zweiten Quartal im Jahresvergleich um vier Prozent auf 262 Millionen Euro, wie
das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Dafür verantwortlich waren
Zuwächse in der Zug-Sparte. Das Geschäft mit Lkw litt dagegen weiter unter einem
schwachen Marktumfeld in Nordamerika und musste erhebliche Einbußen hinnehmen.

Die entsprechende operative Gewinnmarge verbesserte sich im Konzern um 0,6
Prozentpunkte auf 13,1 Prozent. Für das laufende Jahr strebt das Management
weiter 12,5 bis 13,5 Prozent an. Der Konzernumsatz ging im zweiten Quartal
leicht um 0,7 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro zurück. Hier erwartet das
Management 2025 nun 7,8 bis 8,1 Milliarden Euro - nach bisher 8,1 bis 8,4
Milliarden.

Die im Index der mittelgroßen Werte, MDax, notierte Aktie stieg am frühen
Mittag um rund 1,7 Prozent und setzte dabei ihre gute Entwicklung in diesem Jahr
fort. Im laufenden Jahr hat der Kurs bislang um rund ein Viertel zugelegt. Die
Senkung des Umsatzziels komme nicht überraschend, so UBS-Analyst Sven Weier.
Laut Fabio Hölscher von Warburg Research hätten Kennziffern und Ausblick den
Erwartungen weitgehend entsprochen.

JPMorgan-Experte Akash Gupta lenkte den Blick auf das Orderbuch: So seien
die Auftragseingänge besser ausgefallen als gedacht. Das Neugeschäft sank wegen
des schwächeren Lkwgeschäfts um 0,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Allerdings
zog das Zuggeschäft knapp 13 Prozent mehr Aufträge an Land. Per Ende Juni kann
Knorr-Bremse auf ein Auftragspolster von 7,3 Milliarden Euro blicken, ein Plus
von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für die weitere Geschäftsentwicklung erwartet das Unternehmen positive
Effekte aus dem Investitionsprogramm der Bundesregierung. "Zudem sind wir
zuversichtlich, die angekündigten US-Zölle kompensieren zu können", erklärte
Finanzvorstand Frank Weber./nas/mne/mis

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