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dpa-AFX: ROUNDUP: Aixtron wartet weiter auf Markterholung - Jahresprognose bestätigt

HERZOGENRATH (dpa-AFX) - Aixtron sieht sich in einem
unverändert schwierigen Marktumfeld auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Während die
Nachfrage im Bereich Optoelektronik dank des Bedarfs an Lasern für die
Datenkommunikation insbesondere in KI-Rechenzentren zunehme, hätten die Märkte
für SiC- und GaN-Leistungselektronik ihre Wendepunkte bisher nicht erreicht. Sie
leiden weiter unter einer teils trägen Nachfrage etwa nach E-Autos, Smartphones
und Laptops. Die Quartalszahlen des Anlagenbauers für die Chipindustrie fanden
an der Börse dennoch Anklang, schlug sich Aixtron doch besser als erwartet.

Die Aixtron-Aktien schafften am Donnerstagvormittag mit einem Plus von 3,6
Prozent auf 15,62 Euro den Sprung unter die besten Werte im MDax .
Damit bleibt der Kurs allerdings erst einmal in der seit Anfang Juli bestehenden
Konsolidierung; im Grunde verdauen Anleger also erst einmal die Kurserholung vom
Mehrjahrestief von 8,45 Euro im April.

In einem insgesamt eher trägen Geschäftsumfeld, auf das bereits der
Chipindustrie-Ausrüster ASML Mitte Juli verwiesen hatte, fiel der
Auftragseingang von Aixtron im zweiten Quartal im Jahresvergleich um ein Drittel
auf 118,5 Millionen Euro. Immerhin hielt sich der Anlagenauftragsbestand von
284,6 Millionen Euro per Ende Juni damit in etwa auf dem Niveau von Ende 2024.

Zum Hintergrund der Auftragsentwicklung: Elektronikchips auf Basis
Galliumnitrid (GaN) werden vor allem im Bereich niedriger und mittlerer
Leistungs- und Spannungsklassen eingesetzt, wie beispielsweise in Netzteilen für
Smartphones und Laptops sowie in der Stromversorgung für moderne Rechenzentren,
insbesondere auch für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Allerdings halten
sich Kunden des Unternehmens, also Chipkonzerne, schon eine Weile mit größeren
Investitionen zurück, auch weil die Konsumnachfrage abseits von Anwendungen rund
um Künstliche Intelligenz auch wegen der Unsicherheiten durch die
US-Zollstreitigkeiten teils träge ist.

Zudem stockt der Boom der Elektromobilität mittlerweile ein Stück weit, was
auf der Nachfrage nach Siliziumcarbid-Chips (SiC) lastet. Diese werden wegen
ihrer hohen Effizienz und Temperaturbeständigkeit unter anderem für
Schnellladetechnik für E-Autos verwendet. Zudem spielen Hochvolt-SiC-Bauelemente
auch eine Rolle beim Ausbau alternativer Energien.

Den Umsatz steigerte Aixtron im zweiten Quartal um vier Prozent auf 137,4
Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schnellte dank
geringerer Investitionen und Einsparungen um 83 Prozent auf 23,6 Millionen Euro
nach oben. Unter dem Strich blieben mit 19,2 Millionen Euro 71 Prozent mehr
hängen als vor einem Jahr.

Analyst Abed Jarad von MWB Research sprach in einer ersten Reaktion von
einem soliden Quartal in einem schwierigen Umfeld. Zudem stehe der Ausblick für
den Rest des Jahres im Einklang mit der üblichen Saisonalität, die ein stärkeres
Schlussquartal erwarten lasse.

So peilt Aixtron-Chef Felix Grawert für 2025 weiterhin einen Umsatzrückgang
auf 530 bis 600 Millionen Euro an, nach einem Miniwachstum auf gut 633 Millionen
im vergangenen Jahr. Dabei stehen nach den ersten sechs Monaten 250 Millionen
Euro in den Büchern, im dritten Quartal sollen rund 110 bis 140 Millionen Euro
hinzukommen. Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll im Gesamtjahr 18
bis 22 Prozent erreichen.

Mit Blick auf 2026 rechnet Analyst Jarad dann noch nicht mit einer spürbaren
Geschäftsbelebung. Es werde wohl vielmehr ein Übergangsjahr; erst 2027 sollten
die Geschäfte dann auf breiter Basis wieder anziehen./mis/zb/jha/

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