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dpa-AFX: Aixtron wartet weiter auf breite Markterholung - Jahresprognose steht aber

HERZOGENRATH (dpa-AFX) - Aixtron , ein Anlagenbauer für die
Chipindustrie, sieht sich in einem unverändert schwierigen Marktumfeld auf Kurs
zu seinen Jahreszielen. Während die Nachfrage im Bereich Optoelektronik dank des
Bedarfs an Lasern für die Datenkommunikation insbesondere in KI-Rechenzentren
zunehme, hätten die Märkte für SiC- und GaN-Leistungselektronik ihre Wendepunkte
bisher nicht erreicht. Dies teilte der im MDax notierte Konzern
am Donnerstag im Zuge der Vorlage der Resultate des zweiten Quartals mit.
Derweil lief es in den drei Monaten bis Ende Juni bei Umsatz sowie operativem
Gewinn dennoch besser als von Analysten erwartet.

Damit setzen sich die jüngsten Trends fort. So werden Elektronikchips auf
Basis Galliumnitrid (GaN) vor allem im Bereich niedriger und mittlerer
Leistungs- und Spannungsklassen eingesetzt, wie beispielsweise in Netzteilen für
Smartphones und Laptops sowie in der Stromversorgung für moderne Rechenzentren,
insbesondere auch für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Allerdings halten
sich Kunden des Unternehmens schon eine Weile mit größeren Investitionen zurück,
auch weil die Konsumnachfrage abseits von Anwendungen rund um Künstliche
Intelligenz (KI) auch wegen der Unsicherheiten durch die US-Zollstreitigkeiten
teils träge ist.

Zudem stockt der Boom der Elektromobilität mittlerweile ein Stück weit, was
auf der Nachfrage nach Siliziumcarbid-Chips (SiC) lastet. Diese werden wegen
ihrer hohen Effizienz und Temperaturbeständigkeit unter anderem für
Schnellladetechnik für E-Autos verwendet. Zudem spielen Hochvolt-SiC-Bauelemente
auch eine Rolle beim Ausbau Alternativer Energien.

In diesem trägen Marktumfeld, auf das bereits der Chipindustrie-Ausrüster
ASML Mitte Juli verwiesen hatte, fiel der Auftragseingang von
Aixtron im zweiten Quartal im Jahresvergleich um ein Drittel auf 118,5 Millionen
Euro. Immerhin hielt sich der Anlagenauftragsbestand von 284,6 Millionen Euro
per Ende Juni damit in etwa auf dem Niveau von Ende 2024.

Den Umsatz steigerte Aixtron im zweiten Quartal um vier Prozent auf 137,4
Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schnellte dank
geringere Investitionen und Einsparungen um 83 Prozent auf 23,6 Millionen Euro
nach oben. Unter dem Strich blieben mit 19,2 Millionen Euro 71 Prozent mehr
hängen als vor einem Jahr.

Für das Gesamtjahr 2025 peilt Aixtron-Chef Felix Grawert weiterhin einen
Umsatzrückgang auf 530 bis 600 Millionen Euro an, nach einem Miniwachstum auf
gut 633 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dabei stehen nach den ersten sechs
Monaten 250 Millionen Euro in den Büchern, im dritten Quartal sollen rund 110
bis 140 Millionen Euro hinzukommen. Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern
(Ebit) soll im Gesamtjahr 18 bis 22 Prozent erreichen./mis/zb/he

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