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dpa-AFX: Reiche wirbt für Freileitungen bei künftigen Stromtrassen

OERLENBACH (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will
künftig neue Stromtrassen vor allem als Freileitungen umsetzen und nicht die
viel teureren Erdkabel verlegen lassen. Erdkabel wie bei der
Hochspannungs-Gleichstrom-Verbindung Suedlink vom Norden in den Süden
Deutschlands hätten das Projekt um "fast Faktor vier, viereinhalb" verteuert,
sagte die CDU-Politikerin im fränkischen Oerlenbach zum Baustart von Suedlink in
Bayern.

Und diese Mehrkosten müssten von allen Stromnetznutzern gezahlt werden. Die
Energiewende müsse kosteneffizienter gestaltet werden - daher sollten, wo
möglich, Freileitungen geplant werden. Diese grundlegende Änderung für
Hochspannungsleitungen hatte die neue Regierung aus Union und SPD bereits im
Koalitionsvertrag angekündigt. Bisher gilt bei den großen "Stromautobahnen" ein
Erdkabelvorrang.

Reiche: Kosteneffizienz wichtig

Erdkabel hätten geholfen, "die Akzeptanz vor Ort besser in den Griff zu
bekommen", sagte Reiche mit Blick auf jahrelange Bürgerproteste gegen Suedlink.
Bei künftigen Projekten müsse aber nun neu gedacht werden. Man müsse offen sein
"auch für neue Lösungen und tatsächlich ein gemeinsames Verständnis, dass
Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz nicht gegeneinander
ausgespielt werden können". Alles drei müssen zusammen gedacht
werden./aro/DP/mis

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