Ratgeber

Das Studium finanzieren: alle Möglichkeiten nutzen

Am 22.05.2019 veröffentlicht von der Blog-Redaktion der OLB

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Das sollten Studierende beim Thema Finanzen beachten

Was Studierende beim Thema Finanzen beachten sollten

918 Euro braucht jeder Studierende im Schnitt monatlich. Tendenz steigend, denn besonders in Großstädten wie München oder Berlin erhöhen sich die Mieten rasant und machen den Großteil der studentischen Ausgaben aus. Reicht der von den Eltern gezahlte Unterhalt dafür nicht aus, gibt es einige Möglichkeiten, um das Studium zu finanzieren ‒ die wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor.

BAföG: Geld vom Staat leihen

Einer der ersten Schritte, die jede/r vor dem Studium prüfen sollte: Habe ich Anrecht auf BAföG? Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) soll besonders den Studierenden unter die Arme greifen, deren Eltern nur wenig bis keinen Unterhalt zur Finanzierung des Studiums beisteuern können. Aktuell erhalten Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, bis zu 735 Euro pro Monat vom Staat. Es gibt allerdings Pläne für eine Reform, sodass der Beitrag ab 2020 auf 861 Euro steigen könnte. Der Vorteil von BAföG gegenüber einem Studienkredit: Die Hälfte bekommen Studierende geschenkt, der Rest muss zinsfrei innerhalb von 20 Jahren zurückgezahlt werden; insgesamt allerdings nicht mehr als 10.000 Euro.

Seit 2013 bekommen immer weniger Studierende BAföG. Wer sich letztlich Geld vom Start leihen (und schenken lassen) darf, hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise wie hoch das eigene Einkommen und das der Eltern ist. Orientieren kann man sich mit Hilfe eines BAföG-Rechners, endgültige Klarheit gibt es aber nur, wenn man einen Antrag stellt. Das ist mittlerweile auch online möglich. Studierendenwerke beraten außerdem in der Regel kostenlos zum Thema BAföG.

Stipendium: bessere Chancen als viele glauben

Vier Prozent aller deutschen Studierenden bekommen ein Stipendium, also eine individuelle Förderung durch Stiftungen, Unternehmen oder andere Interessengruppen. Das nur jeder 25. Studierende ein Stipendiat ist, klingt nach schlechten Aussichten; allerdings sind im Schnitt vierzig Prozent der Bewerbungen erfolgreich. Hat man also ein passendes Programm gefunden, lohnt sich der Versuch, sich zu bewerben.

Wie beim BAföG gilt, dass man sich am besten möglichst früh darüber informiert, welcher Förderer gut passen könnte. Anders als viele annehmen, sind gute Noten nicht das einzige Kriterium, das zählt. So unterstützen manche Förderprogramme bestimmte Fächer oder Gesellschaftsgruppen, beispielsweise Alleinerziehende oder Arbeiterfamilien. Einen guten Überblick über die verschiedenen Stipendien gibt es in der Datenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Stipendienlotse) oder bei der gemeinnützigen Initiative myStipendium.

Nebenjob: Erfahrungen sammeln, Finanzen aufbessern

Mehr als zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium. So haben sie mehr Geld zur Verfügung und können zugleich wichtige Erfahrungen sammeln sowie berufliche Kontakte knüpfen. Beachten sollte man hier allerdings, dass es bestimmte Freibeträge gibt. Ist etwa das Einkommen im Jahr höher als 5.400 Euro (bzw. regelmäßig mehr als 450 Euro pro Monat), muss man Abzüge beim BAföG in Kauf nehmen. Auch viele Krankenkassen erwarten, dass man unter dieser Grenze bleibt, wenn man als Student bis 25 kostenlos in der Familienversicherung bleiben möchte.

Studienkredit: Die Planung ist essentiell

Reichen alle sonstigen Finanzierungsmöglichkeiten nicht aus, können Studierende auch über einen Studienkredit nachdenken. Aktuell finanzieren sich so laut dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) etwa 3,5 Prozent aller Studierenden in Deutschland. Anders als beim BAföG und Stipendium muss man hier allerdings das Geld komplett und mit zusätzlichen Zinsen zurückzahlen. Es gibt deshalb einiges zu beachten, damit man sich nicht langfristig verschuldet.

Am wichtigsten ist es, sich vorab Gedanken zu machen, wie groß der eigene Bedarf tatsächlich ist und wie das Studium voraussichtlich verlaufen wird: Schaffe ich die Regelstudienzeit? Habe ich genug Zeit für einen Nebenjob? Brauche ich zusätzliches Geld für ein Auslandssemester? Nur wenn man alle wichtigen Faktoren einbezieht, kann man die für sich passende Kredithöhe bestimmen und verschuldet sich nicht unnötig.

Steht der Kostenplan, gilt es, den richtigen Kreditanbieter zu finden. Experten raten, insbesondere zu vergleichen, wie viele Zinsen ab wann zurückzuzahlen sind. Beispielsweise sind diese bei manchen Krediten erst fällig, wenn man den ersten festen Job hat. Einen guten Überblick über die verschiedenen Angebote bietet der Studienkredit-Test des CHE. Der beliebteste Studienkredit: Das Angebot der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), zu dem auch wir, die OLB, vor Ort berät.

Steuererklärung: Studienkosten wieder reinholen

Hat man sich gegen einen Nebenjob entschieden oder arbeitet „nur“ in einem 450-Euro-Job, ist man nicht verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. In der Regel lohnt sich das für Studierende allerdings trotzdem, denn man kann schnell Hunderte bis Tausende Euro an Steuern sparen.

Gibt man als Studierender mehr aus, als man einnimmt, hat man einen sogenannten steuerlichen Verlust. Den kann man sich als eine Art von „Steuerbonus“ anrechnen lassen ‒ und dann einlösen, wenn man zum ersten Mal Einkommenssteuer zahlt. Einreichen kann man diese freiwillige Steuererklärung noch bis zu sieben Jahre rückwirkend. Einige Online-Softwares haben sich auf Studierende spezialisiert und erleichtern den Vorgang: So kann man für viele Ausgaben Pauschalen angeben, wenn man die nötigen Belege nicht mehr hat, zum Beispiel 240 Euro pro Jahr für Telefon/Internet.

Die OLB hat viele Angebote, die auf Studierende zugeschnitten sind. Hier finden Sie alle auf einen Blick.


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