Ratgeber

Bis zu 100.000 €: KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen

Am 14.02.2018 veröffentlicht von der Blog-Redaktion der OLB

Veröffentlicht in
Energieeffizient bauen – mit der KfW und der OLB

Energieeffizient bauen mit Fördermitteln der KfW

Sie möchten sich nicht nur den Traum von einem Eigenheim erfüllen, sondern es soll auch noch den neuesten energetischen Standards entsprechen? Eine gute Entscheidung. Holen Sie sich dasfür Unterstützung: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt im Rahmen des Förderprogramms "Energieeffizient Bauen und Sanieren" Zuschüsse an Bauherren und Immobilienerwerber. Wie Sie mit deren Hilfe Ihren energieeffizienten Neubau realisieren können, ist das Thema dieses Blogs.

Was trägt die KfW zu energieeffizienter Bauweise bei?

Ob Sie selbst als Bauherren auftreten, also Ihr zukünftiges Eigenheim in Eigenregie planen und erstellen, oder ob Sie eine neue Immobilie als Ersterwerber kaufen: Wenn es sich um besonders energieeffiziente Neubauten handelt, bietet die KfW Ihnen in beiden Fällen Zuschüsse in Form eines Kredits zu besonders attraktiven Konditionen und einen sogenannten Tilgungszuschuss.

Was macht den KfW-Kredit für private Bauherren attraktiv?

Die KfW bietet ihre Förderkredite grundsätzlich zu Niedrigzins-Konditionen an, die oft unter dem allgemeinen Marktdurchschnitt liegen. Zudem ist eine Zinsbindung von 10 oder sogar 20 Jahren möglich, wodurch der Kreditnehmer auch bei steigenden Zinsen von der weiterhin geringen Zinsbelastung profitiert. Durch den Tilgungszuschuss verringert sich die Kreditsumme zusätzlich. Zudem kann der Förderkredit für energieeffizientes Bauen mit anderen Förderprogrammen der KfW kombiniert werden, zum Beispiel mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm.

Welche Rolle spielt der Tilgungszuschuss?

Die Kredithöhe ist auf ein Maximum von 100.000 Euro je Wohneinheit begrenzt. Für den Tilgungszuschuss besteht ein oberes Limit von 15.000 Euro. Den Begriff Tilgungszuschuss verwendet in dieser Form nur die KfW, denn als Baustein einer Finanzierung ist dieser Zuschuss tatsächlich ungewöhnlich. Es handelt sich dabei nicht um einen Betrag, der separat zur Auszahlung kommt, sondern um eine Summe, um die die Gesamtschuld von Anfang an gesenkt wird. Die Höhe des Tilgungszuschusses hängt dabei von der Höhe des Kredits, seiner Laufzeit und vor allem von der elementaren Bedingung dieser Förderung ab: Wie energieeffizient wird Ihr geplanter Neubau nachweislich sein? Oder wie energieeffizient ist die Wohnimmobilie, die Sie als Ersterwerber zu kaufen beabsichtigen? Im günstigsten Falle kostet dann ein 100.000 Euro-Kredit nur effektive 85.000 Euro. Doch der Tilgungszuschuss ist kein Geschenk, sondern mit exakt definierten Gegenleistungen des Bauherrn verknüpft.

Welche Standards müssen erfüllt sein, um Fördermittel zu beanspruchen?

Gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2016 sind bei Neubauten gesetzliche Grenzwerte bezüglich des primären Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser sowie den sogenannten Transmissionswärmeverlust festgelegt. Bei Letzterem handelt es sich, weniger technisch ausgedrückt, um die wärmedämmende Qualität der gesamten Gebäudehülle. Generell basieren alle Normen im Bereich der Niedrigenergiehäuser auf zwei Hauptkriterien:

  • Gefordert ist eine moderne Heizungsanlage mit hohem Wirkungsgrad von mindestens 80 %, die keine wertvolle Heizenergie als Abwärme verschwendet.
  • Die Gebäudehülle muss so luftdicht wie möglich sein, damit keine unnötige Raumwärme nach außen entweicht, beziehungsweise Kälte nicht so leicht von außen nach innen dringen kann. Es ist nicht zwangsläufig notwendig, Fassaden mit separaten Dämmstoffen zu umkleiden, um die thermische Qualität der Gebäudehülle zu verbessern. Denn die dämmende Wirkung lässt sich bei Neubauten auch mit modernen Baustoffen erreichen.

Stetige Verschärfung der Grenzwerte:

Allerdings haben sich parallel zum technischen Fortschritt in den letzten Jahren gleichzeitig die gesetzlichen Grenzwerte für Neubauten zusehends verschärft. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt sicher, dass selbst bei konventioneller Bauweise bereits ein hohes Maß an Energiesparsamkeit erreicht wird. Um in den Genuss einer KfW-Förderung zu kommen, müssen die ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte noch einmal deutlich unterboten werden. Und das ist nur mit entsprechend höherem finanziellen Aufwand möglich. Bezuschusst werden also keine herkömmlichen "Niedrigenergiehäuser", sondern ausdrücklich "Energieeffizienzhäuser".

Welche Energieeffizienzklassen werden von der KfW subventioniert?

Das technische Anforderungsprofil für eine förderungswürdige Neubau-Immobilie mit KfW-Zuschüssen ist sehr komplex und für Laien ohne die Hilfe qualifizierter Experten kaum zu bewältigen. Des Weiteren wird eine höhere Investitionsbereitschaft seitens der Bauherren vorausgesetzt. Gespart wird mittel- und langfristig – nämlich an Energiekosten. Gefördert wird nur ein Neubau, der nachweislich alle technischen Voraussetzungen erfüllt.

KfW-Effizienzhaus 55:

Das Energiesparhaus verbraucht nur 55 % Primärenergie im Vergleich zur gesetzlich vorgeschriebenen EnEV-Norm. Zu diesem Wert tragen bauliche Maßnahmen und Baustoffe mit günstigen thermischen Eigenschaften bei. Unnötige Wärmebrücken werden vermieden. Gleichzeitig ist ein Mindestwert der Luftdichte der Gebäudehülle anzustreben. Daneben ist eine zentrale Warmwasser-Aufbereitung und wahlweise eine von sechs möglichen technischen Grundkonzeptionen von Heizungsanlagen mit einem genau festgelegten Wirkungsgrad verpflichtend. Unter anderem sind Lüftungsanlagen oder Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung vorgeschrieben.

KfW-Effizienzhaus 40:

Dieser Standard von nur 40 % benötigter Primärenergie gegenüber der Norm entspricht in etwa den Werten, die ein Passivhaus erreicht. Um den Energiebedarf des Effizienzhauses auf diesen Wert zu reduzieren, sind weitere Optimierungen der Bauausführung und meistens der zusätzliche Einsatz von hochwertigen Dämmstoffen oder entsprechend fortschrittlichen Baustoffen notwendig. Dadurch ist die Gebäudehülle besonders luftdicht und kann in Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung den Energiebedarf für Heizwärme gegenüber dem Effizienzhaus 55 noch einmal deutlich senken. Oft werden Passivhäuser mit mindestens einer vollkommen fensterlosen Fassadenseite zur Nordseite hin gebaut, da Fenster die thermische Hülle des Gebäudes besonders stark beeinträchtigen. Viele Details können in Summe dazu beitragen, den Standard eines Passivhauses zu erreichen.

KfW-Effizienzhaus 40 Plus:

Zur Einstufung in diese Kategorie, die zur maximalen KfW-Förderung, also 100.000 Euro Kreditsumme und 15.000 Euro Tilgungszuschuss berechtigt, ist als technische Zusatzeinrichtung eine Anlage zur Stromerzeugung auf der Basis regenerativer Energien inklusive eines Stromspeichers vorgeschrieben. Theoretisch ist ein eigenes kleines Windkraftwerk möglich, praktisch wird diese Vorgabe in der Regel durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach umgesetzt. Daneben ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und hohem Wirkungsgrad vorgeschrieben. Im Idealfall, der bei einem Plus-Haus tatsächlich auch angestrebt wird, liegen die Energieverbrauchskosten bei null.

Wer ist Ihr Ansprechpartner für die KfW-Antragstellung?

Was zunächst wie eine Hürde klingt, ist in Wahrheit ein Vorteil für Sie: Sie beantragen den Förderungszuschuss nicht direkt bei der KfW und erhalten auch den Kredit nicht direkt von der KfW. Die Antragstellung und korrekte Weichenstellung für Ihr Vorhaben erfolgt über Ihre Hausbank, zum Beispiel die OLB. Auch der Transfer der Kreditsumme und die spätere Rückzahlung der Monatsraten werden über Ihre Hausbank abgewickelt. Damit verbunden ist für Sie die Sicherheit, schon im Vorfeld keine Fehler zu machen und die vorgeschriebenen Vorgehensweisen und Fristen einzuhalten.

Zu welchem Zeitpunkt muss der Antrag gestellt werden?

Die erste wichtige Frist ist mit dem Finanzierungs-Erstgespräch markiert, das Sie mit dem Baufinanzierungsexperten der OLB führen, der diesen Zeitpunkt auch der KfW meldet. Danach muss innerhalb von 3 Monaten der vollständige Kreditantrag bei der KfW vorliegen. Eine Ausnahme von dieser Fristsetzung besteht, wenn nach Ablauf der Zeit erst weniger als 50 % des Bauprojekts fertiggestellt wurden.

Ab wann dürfen Sie mit dem Bau beginnen?

Es empfiehlt sich, die Kreditzusage der KfW abzuwarten – dann haben Sie grünes Licht für die Finanzierung der energetischen Maßnahmen Ihres Projekts. Es ist nicht verboten, bereits vor der Zusage zu beginnen, aber das Risiko im Falle einer Absage, die geplanten technischen Spezialitäten aus anderen Mitteln finanzieren zu müssen, trägt der Bauherr selbst.

Was leistet der Energieexperte?

Der Energieexperte überprüft Ihre Bauplanung hinsichtlich ihrer technischen Qualität für die jeweils angestrebte Energieeffizienz-Klasse 55, 40 oder 40 Plus. Dafür bedient sich ein vom Förderprogramm des Bundes zugelassener Energieeffizienzexperte, wie er offiziell genannt wird, zahlreicher technischer Merkblätter, die exakt festhalten, welche Mindestanforderungen für alle technischen Anlagen und konstruktiven Bestandteile des Gebäudes zu erfüllen sind. Wenn Sie den Experten sicherheitshalber auch baubegleitend einsetzen, bezuschusst die KfW die Kosten mit einem Anteil von 50 % bzw. bis zu einer Höhe von 4.000 Euro. Nach Fertigstellung des Bau-Projekts nimmt der Energieberater eine abschließende Überprüfung der umgesetzten Maßnahmen vor. Wenn sich während des Baus Änderungen in den energierelevanten Planungen ergeben, so ist dies dem Experten mitzuteilen. So stellen Sie sicher, dass dadurch keine Nachteile bezüglich der Förderfähigkeit entstehen.

Was ist grundsätzlich bezüglich des KfW-Förderprogramms für energieeffizientes Bauen zu beachten?

Von der Förderung der KfW für energieeffizientes Bauen profitieren Sie am ehesten, wenn Ihnen eine möglichst energiesparende Bauweise im besten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit ist. Der vergünstigte Kredit, den Ihnen die KfW gewährt, reduziert den finanziellen Mehraufwand, der bei einer nachweislich besonders energieeffizienten Bauweise auf Sie zukommt. Die KfW fördert also nach der Maßgabe genau dokumentierter einzuhaltender technischer Standards. Wovon Sie profitieren, ist der langfristige Wert, den Sie schaffen. Und den finanzieren Sie zu einem großen Teil aus den eingesparten Energiekosten als Selbstnutzer einer Immobilie.  Deshalb sind einige Aspekte am besten schon im Vorfeld eines Bauvorhabens nach den Normen der KfW-Förderung zu berücksichtigen:

1. Das KfW-Förderprogramm ist grundsätzlich nicht als Baustein zur günstigeren Immobilienfinanzierung zu bewerten, sondern als vom Staat geförderter Anreiz, mehr zu investieren – nämlich in mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung.

2. Eine besonders energieeffiziente Bauweise lohnt sich auch dann, wenn Sie die Mindestkriterien des KfW-Energieeffizienzhauses 55 voraussichtlich nicht ganz erreichen können. Im Erstgespräch mit Ihrem OLB Baufinanzierungsexperten kann bereits ermittelt werden, welche Gesamtkreditsumme zu Ihnen passt und in welchem Verhältnis die zusätzlichen Kosten am Ende zu Ihrem persönlichen Nutzen und zu Ihren Zielen stehen.

3. In ländlichen Gebieten und kleinen Städten entwickelt sich die "natürliche" Wertsteigerung von Immobilien im Vergleich zu Metropolregionen langsamer. Allzu offensive Investitionen in energetische Top-Ausstattungen sollten also in eine Gesamtbetrachtung des tatsächlichen Finanzierungsbedarfs für das Bauvorhaben einfließen. Ein Passivhaus kostet deutlich mehr als ein herkömmliches Niedrigenergiehaus. Je nach Laufzeit eines Kredits amortisieren sich unter Umständen nicht alle Investitionen innerhalb der eigenen Nutzungszeit.

4. Die KfW fördert Investitionen, die der Allgemeinheit zu Gute kommen, verschenkt also nichts. Der KfW-Kredit selbst ist günstig, allerdings darf er auch nur für den vorgesehenen Zweck des energieeffizienten Bauens verwendet werden. Ohne Experten ist das Konvolut der technischen Anforderungen kaum zu bewältigen.

5. Wenn Sie handwerkliche Eigenleistungen als Bestandteile Ihrer Baufinanzierung geltend machen wollen, bezuschusst die KfW lediglich die Kosten für das Material.

6. Der Energieexperte, der entweder die korrekte Umsetzung eines energieeffizienten Bauvorhabens begleitet oder die Energiebilanz eines Neubaus bewertet, lohnt sich in jedem Falle. Meistens auch dann, wenn der eine oder andere Bestandteil des Bauvorhabens von den Vorgaben der KfW abweicht.

Fazit: Weniger Energieverbrauch erfordert höhere Investitionsbereitschaft

Wenn Sie planen, mit Fördermitteln der KfW besonders energieeffizient zu bauen, stehen unsere OLB Baufinanzierungsexperten Ihnen gerne zur Seite. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten der KfW-Förderung auf und finden gemeinsam mit Ihnen die für Sie passende Finanzierung für Ihr energieeffizientes Eigenheim. 

Teilen:

Die OLB verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen zu Cookies und deren Deaktivierung finden Sie in den Datenschutzbestimmungen.